Autorenname: Amrein Ildikó

Gartenthymian, der Meister der Reinigung

Lernen Sie als Erste unser Thymus vulgaris Thymol-Chemotyp-Öl kennen, destilliert aus unserer allerersten angebauten Pflanze: dem Gartenthymian.

Der im Mittelmeerraum beheimatete Thymian (Thymus), ein ausdauernder Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler, besitzt zahlreiche Arten. Der Gartenthymian (Thymus vulgaris) ist heute in nahezu jedem Garten zu finden. In früheren Zeiten wurde er auch als Balsamkraut, Dermutka oder Weihrauchkraut bezeichnet.

Its characteristic sweet scent and dense clusters of small white to pale violet-pink flowers attract bees from afar. Thanks to its aromatic, spicy, intense fragrance and numerous beneficial properties, it has long been a valued medicinal and culinary plant.
It was introduced to Hungary through the Romans, who primarily used it to season wines, liqueurs and cheeses.

Its oil was already known in antiquity; the Egyptians used it for embalming because of its strong scent and excellent antiseptic properties.
Among the Greeks, thyme symbolised courage and bravery. The Greek word thymon means courage. Perhaps this is why women embroidered it onto the garments of warriors preparing for battle. Victors were sprinkled with thyme as a symbol of their bravery.

Sein charakteristisch süßlicher Duft sowie seine dichten, kleinen weißen bis violett-rosafarbenen Blüten locken Bienen schon von weitem an. Aufgrund seines aromatischen, würzigen und kräftigen Dufts sowie seiner vielfältigen Wirkungen ist er seit Langem eine geschätzte Heil- und Gewürzpflanze.
Nach Ungarn gelangte er durch die Römer, die ihn vor allem zum Würzen von Weinen, Likören und Käse verwendeten.

Sein Öl war bereits in der Antike bekannt; die Ägypter nutzten es wegen seines intensiven Dufts und seiner ausgezeichneten desinfizierenden Eigenschaften zur Einbalsamierung.
Bei den Griechen galt Thymian als Symbol für Tapferkeit und Mut. Das griechische Wort thymon bedeutet Mut. Vielleicht deshalb stickten Frauen Thymian auf die Kleidung von Kriegern, die in den Krieg zogen. Die Sieger wurden – als Zeichen ihrer Tapferkeit – mit Thymian bestreut.

In Europa wurde Thymian während großer Pestepidemien als Desinfektionsmittel eingesetzt. In den schnabelartigen Teil der sogenannten Pestmaske legte man ein mit Thymian und anderen aromatischen Pflanzen getränktes Tuch.
„Die Nase ist einen halben Fuß lang, schnabelförmig, mit Düften gefüllt, mit nur kleinen Öffnungen nahe den Nasenlöchern, ausreichend zum Atmen und dazu, die Ausdünstungen der im unteren Teil des Schnabels befindlichen Kräuter mit der eingeatmeten Luft zu übertragen“, schrieb der französische Pestarzt Charles de Lorme im Jahr 1619.
Neben dem möglichst häufigen Verzehr der Pflanze wurde sie auch zum Räuchern und zum Einreiben des Körpers verwendet.

Im Ersten Weltkrieg wurden damit die Wunden von Soldaten behandelt.
Über Jahrhunderte hinweg wurde Thymian zur Behandlung verschiedener Atemwegserkrankungen, gegen Darmparasiten sowie zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Früher wickelte man Fleisch in Thymian ein, um es vor dem Verderben zu schützen.

Der amerikanische Herbalist Matthew Wood beschreibt Thymian als Heilmittel, das kalte und zusammenziehende Krankheitszustände mit Feuer und Energie ausgleicht. Als solches eignet er sich hervorragend bei Husten, Erkältungen und sogar bei Keuchhusten. Er löst Schleim effektiv, arbeitet sich durch Verhärtungen hindurch und fördert das Schwitzen, was die Entgiftungsprozesse unterstützt.
Thymianöl unterstützt das Atem-, Nerven-, Verdauungs- und Kreislaufsystem.

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Vielleicht werden nicht nur die Bienen vom Nektar des Thymians angezogen. Auch unter Imkern verbreitet sich zunehmend der Einsatz von natürlichen, pflanzlichen ätherischen Ölen als biologische Alternative zu synthetischen Antibiotika im Kampf gegen Milben. Einer der wichtigsten Bestandteile dieser Präparate ist Thymol, eine hervorragende desinfizierende Verbindung.
Unser selbst angebautes und destilliertes Gartenthymian-Thymol-Öl enthält diesen Wirkstoff durchschnittlich zu 25–30 Prozent, in manchen Jahren sogar nahezu zu 40 Prozent.

Thymol wurde 1719 von dem aus Polen stammenden Chemiker Caspar Neumann entdeckt.
Thymol ist sowohl mengenmäßig als auch hinsichtlich seiner Wirkung die wichtigste Verbindung im Thymian. Es hemmt das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Darmparasiten. In der Medizin wird es bis heute auch eigenständig als äußerst wirksames Desinfektionsmittel eingesetzt. Sein Duft ist markant, feurig und scharf.
Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist Carvacrol, der ebenfalls über desinfizierende und antimikrobielle Eigenschaften verfügt. Dank dieser beiden Substanzen verdankt das Gartenthymian-Öl vom Thymol-Chemotyp seine seit Langem bewährte antiseptische Wirkung und den Beinamen „Meister der Desinfektion“.

Zahlreiche Studien haben die Eigenschaften ätherischer Öle gegenüber Erregern von Atemwegserkrankungen untersucht. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten die desinfizierende, schleimlösende und auswurffördernde Wirkung des Gartenthymianöls. Aufgrund seiner bakterien- und virushemmenden Eigenschaften kann es erfolgreich als ergänzende Behandlung bei verschiedenen viralen und grippeähnlichen Erkrankungen eingesetzt werden. Es kann bei der Vorbeugung von Erkältungen und Grippe helfen, die Abwehr unterstützen und die Regeneration eines geschwächten Immunsystems beschleunigen.
In Zeiten von Husten und Schnupfen sowie bei Entzündungen von Hals und Luftröhre können unangenehme Symptome gelindert werden, indem man Thymiantee trinkt oder das Öl in einen Vernebler gibt.
Sein ätherisches Öl kann zudem als Bestandteil von Mundspülungen, Inhalationspräparaten, Massage- und Badeölen sowie Einreibungen zur Behandlung von Entzündungen im Mund- und Atemwegsbereich sowie bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt werden.

Es kann dem Wischwasser zugesetzt werden; durch Verdunstung trägt es zur Reinigung der Raumluft bei. Ebenso eignet es sich für Diffusoren oder Duftlampen in Mischung mit anderen virus- und bakterienhemmenden, entzündungshemmenden ätherischen Ölen mit angenehmem Duft, die das Wohlbefinden steigern, wie Lavendel, Zitrone, Eukalyptus oder Niaouli.

Achtung!
Es ist sehr wichtig, ausschließlich vollwertige, geprüfte ätherische Öle aus zuverlässiger Quelle zu verwenden.

Thymianöl mit Thymol und Carvacrol kann Haut und Schleimhäute reizen und sollte daher stets in einem Trägeröl verdünnt angewendet werden. Die empfohlene Konzentration zur äußeren Anwendung sollte 1 Prozent nicht überschreiten.
Nicht empfohlen für Schwangere, Stillende und Kinder unter sechs Jahren.

Bei der Anwendung ätherischer Öle ist stets Vorsicht geboten, da einzelne Inhaltsstoffe bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen können. Holen Sie sich zur Anwendung ätherischer Öle den Rat Ihres Arztes oder einer qualifizierten Aromatherapeutin bzw. eines Aromatherapeuten ein.

Tipp:
Zur Abwehr von in der Luft befindlichen Krankheitserregern kann folgende Mischung helfen:
Füllen Sie eine 30-ml-Sprühflasche mit Aromawasser (zum Beispiel Zitronenmelisse- oder Lavendelhydrolat) und geben Sie anschließend je 2 Tropfen der folgenden ätherischen Öle hinzu: Thymian Thymol, Zitrone, Pfefferminze, Niaouli, Eukalyptus radiata. Fügen Sie einige Tropfen eines Emulgators (Sojalecithin oder Glycerin) hinzu. Die desinfizierende Wirkung kann verstärkt werden, indem Aromawasser und ätherische Öle mit Alkohol gemischt werden. Vor Gebrauch stets gut schütteln und in die Umgebung sprühen.
Diese Mischung nicht in Anwesenheit von Kleinkindern anwenden.

Quellen:
Aromatika Magazin, 5. Jahrgang, Nr. 1, Budapest, 2018
Péter Babulka: Der Heilpflanzenschatz des Karpatenbeckens, Budapest, 2015
Gudrun und Peter Germann: Pflanzen der Aromatherapie, Stuttgart, 2012
Dr. Györgyi Horváth: Anwendung ätherischer Öle bei Atemwegserkrankungen, Farmakognóziai Hírek, III. Jg., Nr. 7, Pécs, 2018
Judit Lechner: Gewürze und Heilpflanzen in ungarischen Biogärten, Budaörs, 2013
Gábor Rácz, Kotilla Erzsébet Rácz, László Gy. Szabó: Kenntnis der Heilpflanzen, Budapest, 2012

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Aussaat – Mit einem Rätsel

Schaut nur! In knapp drei Wochen haben die gekeimten Samen bereits mehrere Blätter gebildet. Bis zum Ende des Sommers hoffen wir, dass daraus schöne, große, blau blühende GARTEN-YSOP-Sträucher werden.
Die Antwort auf das Rätsel im vorherigen Beitrag lautet also: Garten-Ysop. Viele von euch haben auf Thymian getippt – das wäre tatsächlich auch richtig gewesen, denn beide besitzen ausgezeichnete antiseptische, antivirale, schleimlösende, auswurffördernde, sekretlösende und nervensystemstimulierende Eigenschaften.
YSOP-ÄTHERISCHES ÖL ist außerdem gut einsetzbar bei entzündlichem Asthma, entzündlichen Erkrankungen der Bronchien, hartnäckigen Lungenablagerungen, mentaler Erschöpfung und Konzentrationsmangel.
YSOP-HYDROLAT ist in der Hautpflege unübertroffen: Es reinigt, strafft und glättet zugleich die Gesichtshaut. Sein Duft ist angenehm, süßlich und erinnert an Honig.

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Blaues ätherisches Öl!

Knochenblume, Tausendblatt, Schafgarbe, Mäuseschwanz
Um welche Heilpflanze könnte es sich handeln?
Du kennst sie sicher auch, denn sie ist auf Wiesen, Feldern, Weiden und Rasenflächen – kurz gesagt überall – zu finden.

Ja, all dies sind volkstümliche Namen der SCHAFGARBE (Achillea millefolium). Schon in früheren Zeiten wurde sie zur Stillung von Blutungen und zur Senkung von Fieber verwendet sowie in Kriegen zur Heilung der Wunden von Soldaten.

In der Aromatherapie kann sie aufgrund ihrer hervorragenden antiseptischen, entzündungshemmenden, adstringierenden, blutstillenden und zellregenerierenden Wirkung eingesetzt werden
– bei allen Arten von Hautentzündungen,
– bei schlecht heilenden Wunden,
– bei gynäkologischen Beschwerden,
– zur Beruhigung des Magens,
– zur Linderung von Entzündungen des Verdauungssystems,
– zur Entspannung der Nerven,
– zur Senkung des Blutdrucks,
– zur Förderung eines ruhigen Schlafs.

Ihr ätherisches Öl wird durch das enthaltene Chamazulen blau gefärbt.

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